Hoffnung für Sophia
Wir möchten euch ein Update von Sophia geben. Sie ist 15 Jahre alt und lebt bei ihren Großeltern im Stadtteil Ngaramtoni in Arusha. Dort geht sie auf eine staatliche Secondary School und ist inzwischen im dritten Schuljahr. Mit unserem Verein unterstützen wir sie und ihre Familie schon länger bei den Schulgebühren, der Wasserversorgung sowie mit Kleidung und Lebensmitteln.
Als sich alles veränderte
Im Februar hat sich dann plötzlich alles verändert. Ein Freund aus Ngaramtoni hat uns erzählt, dass es Sophia sehr schlecht geht. Sie war zuvor mit ihrer Großmutter im örtlichen Krankenhaus, wurde dort behandelt und wieder nach Hause geschickt, aber es wurde einfach nicht besser, im Gegenteil.
Also haben wir organisiert, dass sie zu Dr. Charles Massawe nach Usa River kommt. Allein die Fahrt dorthin ist schon eine Herausforderung. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann sie gut zwei bis drei Stunden dauern. Als Sophia schließlich dort ankam, war sie extrem geschwächt. Ihr Sauerstoffgehalt war so niedrig, dass sie sofort beatmet werden musste und über Nacht in der Praxis blieb.
Am nächsten Tag stabilisierte sich ihr Zustand etwas, aber es waren noch weitere Untersuchungen nötig. Sie wurde nach Arusha überwiesen, unter anderem zum Röntgen, zu einem Lungenfacharzt und zum EKG. Die Diagnose hat uns ehrlich gesagt ziemlich getroffen: eine schwere Form von Tuberkulose, kombiniert mit einem Herzfehler. Vermutlich hatte sie schon seit über einem Jahr Probleme mit der Lunge.
Unterstützung und was sie für die Familie bedeutet
Die Medikamente gegen Tuberkulose sind in Tansania zwar kostenlos, aber alles drumherum kostet trotzdem viel Geld für Transport, weitere Untersuchungen und vor allem ausreichend gutes Essen, damit Sophia wieder zu Kräften kommen kann.
Seitdem wird Sophia nun in Ngaramtoni weiterbehandelt. Ein Arzt vor Ort kümmert sich um sie. Der Kontakt kam über Dr. Charles zustande. Seit Februar unterstützen wir sie und ihre Familie intensiver, vor allem bei den Behandlungskosten, den Fahrten und der Versorgung mit Lebensmitteln. Es ist wirklich kaum vorstellbar, aber ohne diese Hilfe hätte Sophia wahrscheinlich nicht überlebt, weil sich ihre Familie die notwendige Behandlung nicht leisten konnte.
Wir haben Sophia im März zu Hause besucht. Sie war noch sehr geschwächt und konnte aufgrund der Atemnot nur sehr langsam laufen. Sophias Großmutter hatte für mich typischen Massai-Schmuck vorbereitet, welchen sie mir passgenau um- bzw. anlegte. Und nicht nur das, sie hatte sogar eine Kette für meine Oberweite vorbereitet. Wie ihr im Bild sehen könnt, sitzt alles perfekt.
Sophias Großmutter ist sowieso eine sehr interessante und warmherzige Frau. Ihr war es so wichtig, sich persönlich für die Hilfe in der letzten Zeit zu bedanken, dass sie sich eine Woche nach unserem Besuch auf den langen Weg nach Usa River gemacht hat, mit zwei lebenden Hühnern und einem Liter Milch im Gepäck, als Geschenk für uns und die Ärzte.
Wie es weitergeht
Die nächsten Monate werden jetzt entscheidend sein. Die Behandlung wird voraussichtlich noch fünf bis sechs Monate dauern. Wir hoffen sehr, dass sie sich vollständig erholt und wieder zur Schule gehen kann.
Sophias Geschichte ist wieder ein Beispiel dafür, wie schnell wir in Tansania Teil von Familien, von ihrem Alltag und manchmal auch von Schicksalen werden.
Aber ohne euch wäre so vieles nicht möglich. Vielen lieben Dank an alle, die uns unterstützen.
